Samenplantagenprogramm

Samenplantagen bestehen aus gezielt zusammengestellten Pflanzungen die wie eine Ansammlung von Solitärbäumen bewirtschaftet werden.

Samenplantage Weißtanne
Sie sind vorwiegend auf die Produktion von hochwertigem und herkunftsgesichertem Saatgut ausgelegt. Daneben dienen sie auch der Erhaltung bedrohter Populationen und ermöglichen die Durchführung von Forschungs- und Züchtungsmaßnahmen. Dabei ist darauf zu achten, dass eine unerwünschte Fremdbestäubung von außerhalb der Anpflanzung vermieden wird.


Samenplantagen in Bayern

Die grünen Punkte kennzeichnen die Standorte der Samenplantagen des ASP, die über ganz Bayern verteilt sind.

An einem Punkt können sich mehrere Plantagen befinden.

Beerntung

Alle angemeldeten Forstsamen- und Forstpflanzenbetriebe können verbindliche Anfragen für die Beerntung der Samenplantagen stellen.
Die Beerntungsanfragen sind rechtzeitig schriftlich per Post, Fax oder E-Mail einzureichen beim:

Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht
Forstamtsplatz 1, 83317 Teisendorf
Telefax: 08666 - 9883-30
E-Mail: poststelle@asp.bayern.de
Termine zur Abgabe der Beerntungsanfragen
15. Mai Vogelkirsche, Moorbirke
31. Juli Douglasie, Weißtanne
31. August Linde, Ahorn
30. September Gemeine Fichte, Europ. Lärche, Waldkiefer, Rot- und Weißerle
Übersicht über die beerntbaren Samenplantagen des ASP
Baumart Name Register-Nummer AELF Forstbetrieb
Bergahorn Lehmbach 091 801 07 013 3 Töging Wasserburg
Laufen-Lebenau I 091 801 10 008 3 Traunstein Berchtesgaden
Laufen-Letten 091 801 11 024 3 Traunstein Berchtesgaden
Douglasie Ebrach-Kohlsteig 091 853 04 236 3 Bamberg Ebrach
Fichte Untersteinach 091 840 19 047 3 Bamberg Ebrach
Ebrach-Kohlsteig 091 840 21 053 3 Bamberg Ebrach
Gerolzhofen 091 840 22 144 3 Schweinfurt Ebrach
Übersee 091 840 22 145 3 Traunstein Ruhpolding
Feldwies 091 840 29 030 3 Traunstein Ruhpolding
Kösching 091 840 29 099 3 Eichstätt Kipfenberg
Ebrach-Turtelberg 091 840 30 068 3 Bamberg Ebrach
Kiefer Ebrach-Schafknock 091 851 12 010 4 Bamberg Ebrach
Laufen-Lebenau 091 851 23 005 4 Traunstein Berchtesgaden
Lärche, Europäische Laufen-Lebenau 091 837 06 020 3 Traunstein Berchtesgaden
Lehmbach 091 837 07 014 3 Töging Wasserburg
Schwarzerle Freilassing 091 802 07 034 4 Traunstein Berchtesgaden
Vogelkirsche Bindlach 091 814 04 004 3 Bayreuth Pegnitz
Kelheim 091 814 04 059 3 Abendsberg Kelheim
Weißerle Laufen-Lebenau 091 803 02 001 3 Traunstein Berchtesgaden
Laufen-Wiedmais 091 803 02 002 3 Traunstein Berchtesgaden
Weißtanne Lehmbach 091 827 06 082 3 Töging Wasserburg
Laufen-Penesöd 091 827 07 060 3 Traunstein Berchtesgaden
Winterlinde Freilassing 091 823 07 128 3 Traunstein Berchtesgaden
Pfreimd 091 823 06 012 3 Schwandorf Schnaitenbach
Laufen-Lebenau I 091 823 08 002 4 Traunstein Berchtesgaden
Krumbach-Platte 091 823 07 124 3 Krumbach Weißenhorn
Laufen-Lebenau II 091 823 07 119 3 Traunstein Berchtesgaden
Lehmbach 091 823 07 129 3 Töging Wasserburg
Neuangelegte BAh-SPL Freienried

Neuanlage

Neuanlage Lärchen-SPL Freienried

Neuanlage

Samenplantage Selber Höhenkiefer

Kiefer

Samenplantage Bergahorn

Bergahorn

Weißtannen-SPl Ernte mit Baumsteiger

Ernte

Ernte SPl mit Netzen

Ernte

Weitere Informationen zum Thema

Rechtliche Grundlagen
Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) vom 22.05.2002 (BGBL 2002 Teil I Nr. 32, S. 1658) mit seinen dazugehörigen Verordnungen und Vorschriften insbesondere der Forstvermehrungsgut-Zulassungsverodnung (FoVZV).
Geschichtliche Entwicklung
Vor fast 230 Jahren markierte Friedrich August Ludwig von Burgsdorf, der Direktor der Forstakademie in Berlin, einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Samenplantagen.

In seinem 1787 erschienen Buch „Die einheimischen und fremden Eichenarten“ beschreibt er die Erkenntnisse über die Beschleunigung des Samenertrages durch vegetative Vermehrung. Pfropflinge und ihre rasche Fruktifikation standen im Mittelpunkt seiner Erfahrungen. Allerdings dauerte es fast 150 Jahre bis die ersten Samenplantagen in Mittel- und vor allem Nordeuropa entstanden. Entscheidend dafür war die Idee des Dänen Larsen, Pfropflinge zum Aufbau von Samenplantagen zu verwenden. In Bayern entstand die erste Plantage 1955 nach umfangreichen Recherchen am Institut für Forstsamenkunde und Pflanzenzüchtung der Universität München. Federführend waren hier ROHMEDER und SCHELL.

Die Betreuung der bayerischen Samenplantagen ging 1962 auf die Staatliche Samenklenge Laufen-Lebenau über und ist seit 1964 Aufgabe des heutigen Amtes für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf.
Samenplantagen nach Begründungsart
Klon- oder Sämlingsplantagen
Samenplantagen werden als Klon- oder Sämlingsplantagen angelegt. Für die Klonsamenplantagen wird vegetatives Vermehrungsgut verwendet. Ihr Vorteil gegenüber den aus generativem Vermehrungsgut (Samen) angelegten Sämlingssamenplantagen besteht darin, dass die Erbanlagen der Pfropflinge mit denen der ausgewählten und damit bekannten Elternbäume (Plusbäume) identisch sind. Auch tritt in dieser Plantagenart die Fruktifikation wesentlich früher ein als in den mit Sämlingen angelegten Plantagen. Grund ist die Pfropfreisergewinnung von bereits fruktifikationsfähigen Altbäumen. Allerdings sind Pfropflinge wesentlich teurer als Sämlinge.
Samenplantagen nach Verwendungszweck
Erhaltungssamenplantagen
werden angelegt, um Saatgut von wertvollen autochthonen wie nicht autochthonen, aber seltenen (lokale Rassen) Waldbaumpopulationen oder Einzelbäumen zu gewinnen. Diese sind entweder vom Aussterben oder von Fremd- oder ausschließlicher Selbstbestäubung bedroht oder können nur äußerst selten beerntet werden. Die Erhaltungssamenplantagen sind somit Bestandteil von Generhaltungsmaßnahmen.
Plusbaumsamenplantagen
auch Zuchtbaumplantagen genannt, dienen primär der Saatgutproduktion. Sie repräsentieren das Erbgut von Qualitätsbäumen einer Herkunftsregion, die nach ganz bestimmten phänotypischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Spezifisch für die jeweilige Baumart, wird dabei auf Kriterien wie Stammform, Beastung, Kronenausformung, Gesundheitszustand, Widerstandsfähigkeit, Massenleistung, und Holzqualität geachtet. Ob sich die Auswahl der besten Phänotypen auch in einer Qualitätsverbesserung des Erbgutes niederschlägt, kann später in sogenannten Nachkommenschaftsprüfungen geklärt werden. Ein positives Ergebnis stellt sicher, dass die aus dem Plantagensaatgut entstehenden Bestände hinsichtlich der Auslesekriterien ihren Ausgangsbeständen überlegen sind.
Hochzuchtsamenplantage (Eliteplantage)
Werden die erwiesenermaßen besten Genotypen einer Plusbaumplantage wieder in einer neuen Plantage vereinigt, entsteht nach einer eventuellen selektiven Durchforstung eine Hochzuchtsamenplantage (Eliteplatage).
Die Plantagen in Bayern sind fast ausschließlich über Klone begründet worden. Es gibt sowohl Erhaltungs- wie auch Plusbaumplantagen. Viele Plantagen erfüllen sogar beide Verwendungszwecke.
Voraussetzungen und Vorschriften für die Anlage
Bei der Auswahl geeigneter Flächen sind die Standortsansprüche der betroffenen Baumart hinsichtlich Wasser-, Nährstoff- und Wärmehaushalt zu berücksichtigen. Für eine günstige Beerntbarkeit sind ferner die Erschließung, die Exposition und die Neigung von Bedeutung.

Gesetzlich vorgeschrieben sind die baumartenspezifische Mindestklonzahl, deren Verteilung auf der Fläche sowie der Abstand zu schlecht veranlagten Bäumen der gleichen Art.

Die Herkunft der Klone muss sehr genau dokumentiert und ein von der Landesstelle genehmigter Pflanzplan vorhanden sein.

Infobroschüre Samenplantagen

Samenplantagen_Info_Merkblatt

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