Seltene Baumarten in Bayern

Auf nationaler und internationaler Ebene ist die Erhaltung der Biodiversität von zunehmender Bedeutung.
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Wildbirne

Seit 2007 wurden daher im Rahmen der Erhaltung forstgenetischer Ressourcen zehn seltene Baumarten in Bayern erfasst und anhand der Verbreitung und Verjüngungssituation der Grad ihrer Gefährdung abgeleitet. Darüber hinaus wurde ihre genetische Differenzierung bundesweit untersucht und mit Hilfe ihrer Vorkommensdichten mögliche Genzentren identifiziert.
Die erfassten seltenen Baumarten nehmen einen Anteil von weniger als 0,4 % der bayerischen Waldfläche ein (Deutschland < 0,3 %). Sie bestocken dabei verschiedene ökologische Nischen und häufig Spezialstandorte, so dass ihre Verbreitungsmuster und Vorkommensdichten sehr unterschiedlich sind. Bei Betrachtung der einzelnen Baumarten ergibt sich ein differenziertes Bild. Niedrige Prozentanteile im Vergleich zu den bundesweiten Vorkommen weisen der Wildapfel (kleiner 1 %), die Wildbirne (ca. 12 %) und die Gemeine Traubenkirsche (ca. 12 %) auf. Grünerle und Grauerle nehmen mit 99 % und 75 % der bundesweiten Vorkommen einen überproportionalen Anteil an der Gesamtverbreitung ein. Bei der Elsbeere beträgt der Anteil ca. 55 %. Bei Speierling, Eibe, Schwarzpappel und Feldahorn variiert ihr Anteil zwischen einem Fünftel und einem Drittel.

Die ermittelte Altersstruktur zeigt für viele der untersuchten Baumarten ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen alten und jungen Bäumen (Eibe, Elsbeere, Feldahorn, Traubenkirsche, Grauerle). Bei Schwarzpappel und Speierling sind hingegen kaum Bäume mit geringem Durchmesser vorhanden. Bei Grünerle lassen sich wegen ihres strauchhaften Wuchses keine Aussagen zum Alter treffen. Niedrige Anteile an jungen Bäumen deuten darauf hin, dass die Verjüngung ausbleibt oder der Aufwuchs durch andere Einflüsse gestört wird. In jedem Fall sind sie ein Hinweis darauf, dass mit einem weiteren Rückgang des Bestands zu rechnen ist.
Die Einbringung oder der Erhalt seltener Baumarten (Stichwort: integrative Waldbewirtschaftung) ist gemäß der Richtlinie für Zuwendungen zu waldbaulichen Maßnahmen im Rahmen eines forstlichen Förderprogramms förderfähig.


Seltene Baumarten im Einzelnen

Baum des Jahres 2015
Der Feldahorn

Feldahorn-Blatt

Der Feldahorn (Acer campestre) ist auch unter dem Namen Maßholder bekannt. Mit Ausnahme der skandinavischen Länder ist er in ganz Europa verbreitet und zählt zu den seltenen Baumarten in Deutschland.
Vornehmlich findet man den Feldahorn in den kollinen und submontanen Lagen der Mittelgebirgslandschaften und im Nordosten Deutschlands.   Mehr

Die Schwarzpappel

Schwarzpappeln

Die Schwarzpappel (Populus nigra) verfügt über ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das sich über ganz Europa mit Ausnahme der nördlichen Bereiche und West- und Zentralasien erstreckt. Im Süden besiedelt sie Teile von Nordafrika, die Türkei und das nördliche Iran. Als typische Auwaldbaumart ist sie in Auenwäldern und entlang der größeren Flüsse zu finden. Dabei bevorzugt sie Standorte im Übergang von der Weichholz- zur Hartholzaue.   Mehr