Projekt
GenTree - Verbesserung der Bewirtschaftung und nachhaltigen Nutzung forstgenetischer Ressourcen in Europa

Hintergrund

GenTree-Logo

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer sich weiterentwickelnden Nachfrage nach Waldprodukten und Waldienstleistungen, hat das Projekt zum Ziel, den europäischen Forstsektor mit besseren Fachkenntnissen, Methoden und Werkzeugen für die Bewirtschaftung und nachhaltige Nutzung von forstgenetischen Ressourcen (FGR) in Europa auszustatten.
GenTree soll den Zustand der in situ- und ex situ-Erhaltung von FGR verbessern und die Ausweisung, Erhaltung, Charakterisierung, Bewertung und Nutzung von wichtigen FGR in Züchtung, forstlicher Praxis und Politik unterstützen. Das Projekt beabsichtigt zudem das Management von bestehenden Sammlungen genetischer Ressourcen und Fachdatenbanken zu vereinheitlichen, zu rationalisieren und zu verbessern. Außerdem soll die europäische Strategie zur Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung gestärkt werden.

Laufzeit

1. März 2016 - 28. Februar 2020

Förderung

Das Projekt wird von der Europäischen Union im Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 unter der Fördernummer 676876 gefördert

Entwicklungsstrategien

Im Projekt werden neue Strategien zur dynamischen Erhaltung forstgenetischer Ressourcen in Europa entwickelt. Diese basieren auf einer verbesserten phänotypischen und genotypischen Charakterisierung wichtiger europäischer Baumarten in ihrem Verbreitungsgebiet und abgeleiteten Anpassungsreaktionen auf mögliche Umweltänderungen.

Weiterhin ist geplant, das forstgenetische Ausgangsmaterial in den europäischen Züchtungsprogrammen zu erweitern, das derzeit nur auf wenige kommerziell bedeutende Baumarten beschränkt ist. Schließlich werden neue Waldbewirtschaftungsszenarien und politische Rahmenbedingungen erarbeitet, die alle Aspekte der genetischen Erhaltung und Züchtung einschließen, um die Wälder und deren Bewirtschaftung an sich ändernde Umweltbedingungen und soziökonomische Anforderungen besser anpassen zu können.

Im Projekt bearbeitete Baumarten

GenTree konzentriert sich auf 12 ökologisch und ökonomisch wichtige Baumarten in Europa, die eine große Breite von Habitaten abdecken und einen differenzierten gesellschaftlichen Nutzen und Wert aufweisen. Die ausgewählten Baumarten werden mit unterschiedlicher Intensität untersucht, um relevante wissenschaftliche und technologische Fragestellungen bezüglich bestehender und erwarteter Gefährdungen ihrer genetischen Ressourcen zu beantworten.
Nadelbäume Laubbäume
Weißtanne Sandbirke
Gewöhnliche Fichte Rotbuche
Zirbelkiefer Schwarzpappel
Waldkiefer Traubeneiche
Schwarzkiefer
Aleppokiefer
Seekiefer
Eibe

Erwartete Ergebnisse

  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur phänotypischen und genotypischen Variation bei 12 Baumarten entlang von Umweltgradienten in Europa
  • Verbesserte Monitoringwerkzeuge für die Forstpraxis auf phänotypischer und genotypischer Grundlage
  • Aktualisierte und detailliertere Daten zu in situ und ex situ-Sammlungen forstgenetischer Ressourcen
  • Innovative Strategien für die Erhaltung und Züchtung, den Austausch und die Verwendung von forstlichem Vermehrungsgut
  • Wissenschaftspolitische Unterstützung für eine bessere Einbindung forstgenetischer Ressourcen in die Waldbewirtschaftung und in relevante internationale Verpflichtungen in Europa

Einbindung von Interessensvertretern

GenTree wird den Dialog zwischen den verschiedenen Interessenvertretern aktiv fördern. Dies garantiert, dass die Wissenschaft direkt auf Anforderungen dieser Gruppen reagieren kann und dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die politischen Entscheidungsprozesse einfließen, um zu einer nachhaltigen Nutzung der Wälder und ihrer genetischen Ressourcen beizutragen.

Zu den Interessenvertretern gehören Forstpolitiker, Waldbewirtschafter und Waldbesitzer sowie das Europäische Programm für Forstliche Genetische Ressourcen (EUFORGEN).

Projektpartner

  • Deutschland
    • Philipps-Universität Marburg (PUM)
    • Johann Heinrich von Thünen-Institut (THÜNEN)
    • Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP)
  • Finnland
    • European Forest Institute (EFI)
    • University of Oulu (UOULU)
  • Frankreich
    • Institut national de la recherche agronomique (INRA)
    • INRA Transfert (IT)
  • Griechenland
    • Aristotle University of Thessaloniki (AUTH)
  • Großbritannien
    • The Natural Environment Research Council (NERC)
  • Italien
    • Bioversity International (Bioversity)
    • Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR)
    • IGA Technology Services (IGATS)
  • Litauen
    • Aleksandras Stulginskis University (ASU)
  • Neuseeland
    • Radiata Pine Breeding Co. Ltd. (RPBC)
  • Norwegen
    • Norwegian Institute for Bioeconomy Research (NIBIO)
  • Österreich
    • LIECO GmbH & Co. KGH (LIECO)
  • Russland
    • Russian Academy of Sciences (RAS)
  • Schweden
    • Uppsala Universitet (UU)
    • Forestry Research Institute of Sweden (SKOGFORSK)
  • Schweiz
    • Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee, Landschaft (WSL)
  • Spanien
    • Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (CSIC)
    • Instituto Nacional de Investigación y Tecnologia Agraria y Alimentaria (INIA)

Weitere Informationen