Projekt
SUSTREE - Forstliches Saatgut über Grenzen hinweg

Wälder sind prägender Bestandteil unserer Landschaft und erfüllen zahlreiche Leistungen. Sie sind Naherholungsort, Rohstofflieferant, reich an Artenvielfalt und wichtiger Arbeitsplatz im ländlichen Raum.

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Der Ursprung eines jeden Baumes liegt in seinem Samen. Die genetischen Eigenschaften des Samens bestimmen somit die Zukunft des Ökosystems. In Zeiten sich ändernden klimatischen Bedingungen ist genetische Vielfalt und die Verwendung von passendem Saatgut in Wirtschaftswältern wie auch in Waldschutzgebieten wichtiger denn je.

Ziel des Projekts ist es, die genetische Vielfalt der Wälder durch eine stärkere internationale Zusammenarbeit zu fördern. Veränderte Klimabedingungen sowie nationale Grenzen stellen dabei Herausforderungen aber keine unüberbrückbaren Hindernisse dar.

Laufzeit

1. August 2016 - 31. Juli 2019

Förderung

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SUSTREE wird gefördert von Interreg Central Europe, einem Programm zur Erweiterung transnationaler Zusammenarbeit in Zentraleuropa.

Die Finanzierung von Interreg Central Europe wird durch den EU Fonds für regionale Entwicklung ermöglicht.

Hintergrund

Genetische Vielfalt als Anpassungsstrategie
Jedes Waldökosystem ist unterschiedlich in seiner Baumartenzusammensetzung und Funktion. Wichtig für die Stabilität eines Waldes ist die Vitalität des gesamten Baumbestandes. Die genetischen Eigenschaften von Pflanzen sind dabei Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit des Ökosystems an veränderte klimatische Bedingungen. Die Verwendung von passendem Saatgut spielt eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung der Wälder.
Forstliches Vermehrungsgut
Unter Forstsaat- und Pflanzgut versteht man Samen, Jungpflanzen und vegetativ vermehrte Stecklinge, die in der Forstwirtschaft zur Bestandesbegründung und Ergänzung von Naturverjüngungen verwendet werden. Forscher beschäftigen sich mit den genetischen Eigenschaften von Saatgut, um zukunftsweisende Anpassungsstrategien der Pflanzen frühzeitig zu erkennen. Dieses Wissen hilft bei der Auswahl des passenden Saatguts für Waldbestände. Nationale Bestimmungen zu forstlichem Vermehrungsgut und internationale Richtlinien zu Saatguttransfer werden mit Hilfe aktuellster wissenschaftlicher Ergebnisse aktiv mitgestaltet.

Strategien

Prognosen sagen einen weltweiten Temperaturanstieg von vier Grad innerhalb der nächsten 100 Jahre voraus. Vorausschauende Strategien wie der Einsatz von geeigneten Samenherkünften, die Pflanzung von anpassungsfähigeren Baumarten und geänderte Baumartenzusammensetzungen sind notwendig, um die ökologischen und ökonomischen Leistungen unserer Wälder zu erhalten. Entscheidend sind transnationale Zusammenarbeit und Wissensaustausch über Grenzen hinweg.

Wissenschaft, Forstbetriebe und Behörden mehrerer Länder arbeiten im SUSTREE-Projekt an gemeinsamen Lösungen, um nachhaltigen Saatguttransfer innerhalb Zentraleuropas zu ermöglichen.

Wissensaustausch

Die Projektpartner laden zu nationalen und internationalen Workshops zum Thema "Forstliches Vermehrungsgut in Zeiten des Klimawandels" ein. Zielgruppen sind Behörden für forstliches Saat- und Pflanzgut, Politische Institutionen, Forstbetriebe und Naturschutzbehörden. Der Wissensaustausch und die Harmonisierung von Daten helfen bei der Entwicklung innovativer Tools. Experten im Bereich Forstinventur, forstliches Vermehrungsgut und Klima beteiligen sich an den Diskussionen und erarbeiten mit Entscheidungsträgern und Praktikern gemeinsame Strategien.

Zum Abschluss des Projekts findet 2019 eine Informationsveranstaltung in Brüssel statt.

Praktische Tools

Innerhalb des Projekts werden innovative Hilfestellungen für die Praxis entwickelt. Dafür werden Klimamodelle mit Herkunftsgebieten von Saatgut verglichen und Empfehlungen zur klimafitten Bewirtschaftung von Wäldern erstellt. Eine aktive Mitgestaltung von Gesetzen und Bestimmungen zu forstlichem Vermehrungsgut soll länderübergreifenden Saatguttransfer in Zukunft erleichtern.

Folgende Tools werden entwickelt:

  • Eine transnationale Datenbank mit harmonisierten Daten nationaler Saatgutregister
  • Eine Smartphone- und Webapplikation zur erleichterten Pflanzgutwahl
  • Ein Film zum Thema "Wälder Zentraleuropas im Klimawandel und die Bedeutung der genetischen Vielfalt von Bäumen"

Pilotaktionen

Die Ergebnisse des SUSTREE-Projekts werden in enger Zusammenarbeit mit Forstbetrieben zeitnah umgesetzt. Ein transnationaler Dialog zu forstlichem Vermehrungsgut wird PraktikerInnen helfen, ihre Strategien den veränderten klimatischen Gegebenheiten anzupassen.

  • Aktion 1 - für Forstbetriebe
    • Anwendung von Baumartenverbreitungstheorien und Herkunftsmodellen von forstlilchem Saatgut
  • Aktion 2 - für Waldschutzgebiete
    • Erstellen von Prognosen zu gefährdeten Arten und Maßnahmen, um genetische Eigenschaften zu erhalten

Projektpartner

Acht Institutionen aus sechs Ländern Zentraleuropas arbeiten gemeinsam an transnationalen Lösungen, um unsere Wälder klimafit zu gestalten.

  • Deutschland
    • Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP)
    • Thünen-Institut (TI)
  • Österreich
    • Österreichische Bundesforste (ÖBf AG)
    • Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)
  • Polen
    • Forschungszentrum für Wald (IBL)
  • Slovakei
    • Nationales Waldzentrum (NLC)
  • Tschechische Republik
    • Tschechische Agraruniversität Prag (CULS)
  • Ungarn
    • Nationales Forschungszentrum für Wald Ungarn (NAIK ERTI)

Weitere Informationen und Kontakt

Projekt SUSTREE
Bundesforschungszentrum für Wald
Wien, Österreich
Tel.: +49 (00) 43 1 87838-2228
E-Mail: sustree@bfw.gv.at