Hoheitliche Aufgaben

Aufgrund der EU-Richtline 1999/105/EG trat am 1. Januar 2003 das Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) in Kraft.
Buchen-Erntebestand
Zweck des Gesetzes ist es, den Wald mit seinen vielfältigen positiven Wirkungen durch die Bereitstellung von hochwertigem und identitätsgesichertem forstlichen Vermehrungsgut in seiner genetischen Vielfalt zu erhalten und zu verbessern sowie die Forstwirtschaft und ihre Leistungsfähigkeit zu fördern.

Forstliches Vermehrungsgut darf daher nur nach Maßgabe dieses Gesetzes erzeugt, in Verkehr gebracht sowie ein- oder ausgeführt werden.

Landesstelle nach dem Forstvermehrungsgutgesetz

Für hoheitliche Tätigkeiten im Zusamnmenhang mit den Gesetzen und Verordnungen für forstliches Vermehrungsgut waren ehemals die Forstämter und Forstdirektionen zuständig. Mit der Forstreform wurde diese Aufgabe ab dem 1. Juli 2005 am Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht gebündelt.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften werden durch die Landesstelle am ASP gewährleistet.

Zu den Aufgaben der Landesstelle gehören:

  • die Zulassung von Erntebeständen und Samenplantagen zur Gewinnung von forstlichem Saatgut oder von Wildlingen
  • das Führen und Bereitstellen des Erntezulassungsregisters
  • die Anmeldung von Forstsamen-/Forstpflanzenbetrieben bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • die Inspektion der forstlichen Saat- und Pflanzgutbetriebe in Bayern
  • die Kontrolle des Handels mit forstlichem Vermehrungsgut
  • die Überwachung von Saatgutmischungen
  • die Entgegennahme von Ausfuhranzeigen
  • die Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen für forstliches Vermehrungsgut
  • die Schulung und Beratung von Waldbesitzern und Baumschulbetrieben in Fragen der Saat- und Pflanzgutgewinnung
  • die Qualifizierung von Vermehrungsgut durch Forstsaatgutprüfung, Altersbestimmung an Forstpflanzen, Durchführen von Nachkommenschaftsprüfungen, Aufbau von Samenplantagen
Die Kontrolle der Ernten und die Erstellung der Stammzertifikate für geerntetes forstliches Saat- und Pflanzgut werden von den jeweils zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) durchgeführt.

Weitere Aufgaben im Einzelnen

Kontroll- und Servicestellen nach FoVG

Samen_Bucheckern

Zur Ausführung der Kontrolltätigkeit nach den Vorschriften des Forstvermehrungsgutgesetzes (FoVG) und der entsprechenden Durchführungsvorschriften gibt es in Bayern flächendeckend vier Kontroll- und Servicestellen, die an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen und Karlstadt sowie dem ASP selbst angesiedelt sind. Die fachliche Koordinierung erfolgt durch das ASP.  Mehr

Erntezulassungsregister

Erntebestand_Buche

Forstliches Vermehrungsgut (Saatgut, Pflanzen, Stecklinge), das dem Forstvermehrungsgutgesetz unterliegt, darf nur erzeugt, inverkehrgebracht oder ein- und ausgeführt werden, wenn es von amtlich zugelassenen Waldbeständen abstammt.
Die zugelassenen Erntebestände werden am ASP im bayerischen Erntezulassungsregister (BayEZR) geführt.  Mehr

Herkunftsempfehlungen

HKE-Foto

Gesundheit, Stabilität und Leistungsvermögen unserer Wälder hängen weitgehend von der richtigen Wahl standortsgemäßer Baumarten und Herkünfte ab. Herkunftsgerechtes Saat- und Pflanzgut steht am Beginn waldbaulichen Handelns.
Die vorliegenden Empfehlungen sollen Waldbesitzer bei der Auswahl geeigneter Herkünfte beraten.  Mehr

Infobroschüre Landesstelle

Landesstelle_Infomerkblatt

Infobroschüre  pdf  1,3 MB