Projekt
Kalabrische Weißtanne in Bayern - Aufbau einer Samenplantage

Eine große dicke Tanne von unten in die Krone fotografiert

Möglicher Plusbaum einer über 35 m hohen Weißtanne am Monte Gariglione, Kalabrien
Foto: M.Seho, AWG

Projektbezeichnung

Abies alba - Anlage einer Samenplantage der kalabrischen Tanne für Bayern

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Förderkennzeichen: klifW025

Laufzeit

01.07.2023 - 30.06.2024

Hintergrund

Die Weißtanne ist eine der wichtigsten heimischen Nadelbaumarten und kann nach Meinung vieler Forstexperten auf einigen Standorten nachrücken, auf denen die Fichte auf Grund von Wärme und Trockenheit zunehmend ausfällt

2016 starteten die Bayerischen Staatsforsten eine Tannenoffensive. Geplant ist, den Anteil der Weißtanne von 2,4 % auf 6 % und im Gebirge sogar auf deutlich über 10 % bis 2050 zu steigern. Aber auch Privatwaldbesitzer entscheiden sich zunehmend für die Weißtanne als Nadelholzalternative.

Die letzten Trockenjahre werfen die Frage auf, ob heimische Herkünfte in Zeiten des Klimawandels tatsächlich noch die einzige Wahl darstellen und nur diese verwendet werden sollen. Anfragen beim AWG nach trockenresistenten bayerischen Tannenherkünften können aktuell nicht befriedigend beantwortet werden, da die Klimasensitivität heimischer Erntebestände bisher weitgehend unbekannt ist.

Vor diesem Hintergrund gibt es nun Überlegungen, unsere Wälder durch einen Transfer von Herkünften aus wärmeren und trockeneren Regionen Europas, die sich unter den Bedingungen von Versuchsanbauten bewährt haben, an den Klimawandel anzupassen.

Vorgehensweise

Um das Risiko auf unterschiedliche Herkünfte zu streuen wird der Fokus des vorliegenden bayerischen Vorhabens auf die genetisch diversen und klimaplastischen Populationen aus Kalabrien gerichtet.

Diese kalabrischen Herkünfte zeigen in Herkunftsversuchen auf trockenen Standorten in Österreich hervorragende Ergebnisse. Auch Anbauten mit kalabrischer Tanne in Österreich, Dänemark, und Bayern zeigen sehr gute Vitalität und Zuwächse auch unter warm-trockenen Bedingungen.
Bei einer Bereisung der ausgewählten kalabrischen Saatguterntebestände konnte sich das AWG-Team von den qualitativ hochwertigen Weißtannen am Monte Gariglione und bei Sera San Bruno selbst überzeugen.

Die Kollegen vom BFW in Wien haben in den letzten Jahren die Anlage einer Samenplantage mit Klonen vom Monte Gariglione detailliert geplant und die erforderlichen Arbeiten bereits durchgeführt. Für Bayern bestand nun die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Projekt anzuschließen und eine bayerische Samenplantage zu begründen, um langfristig die Versorgung mit trockenheitstolerantem Saatgut der kalabrischen Tanne zu sichern.
Da die Gewinnung von hochwertigem Saatgut aus den kalabrischen Beständen recht schwierig ist, werden die benötigten Fördermittel durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereitgestellt.

Geplante Arbeiten während der Projektlaufzeit

  • Suche nach potenziellen Plusbäumen der kalabrischen Weißtanne in Bayern, Österreich und Kalabrien
  • Auswahl der Plusbäume und Reisergewinnung
  • Suche nach geeigneten Flächen in Absprache mit den Forstbetrieben der BaySF AöR
  • Flächenauswahl und Vorbereitung
  • Pfropfung der Bäume und Sicherung des Pflanzmaterials
  • Neuanlage der Samenplantage

Projektziel

Durch den Aufbau einer Samenplantage der kalabrischen Weißtanne in Bayern kann die Versorgung mit herkunftssicherem und qualitativ hochwertigem Saatgut gelingen.

Kontakt

Projektleitung
Dr. Muhidin Seho
Tel.: 08666 9883-0
E-Mail: muhidin.seho@awg.bayern.de

Projektbearbeitung
Daniel Cecil Glas
Tel.: 08666 9883-0
E-Mail: daniel.glas@awg.bayern.de